Besser spÀt als nie- Italien wir kommen!

Italien ist wohl eines der liebsten UrlaubslĂ€nder der Deutschen. In meinem Freundeskreis hier in Köln war so ziemlich schon jeder mindestens einmal dort und das in der Regel in seiner Kindheit. Auch ich bin das erste Mal in Italien mit meinen Eltern und mit meinen Ehemann – also nicht mehr ganz so jung 😉 Wir erkunden zu viert Norditalien von Mailand bis nach Florenz. Den Reisebericht teile ich in zwei HĂ€lften. In diesem Artikel geht es um Mailand, den Gardasee und Verona.

Kurz & Knapp

Eine knappe Stunde Flug ĂŒber die Alpen entfernt liegt Mailand. In dieser wunderschönen Stadt kann man nicht nur herrlich shoppen, sondern auch durch Parks flanieren und mit einem Boot ĂŒber die KanĂ€le schippern. Mit dem Auto sind es dann eigentlich nur 2,5h an die Nordspitze des Gardasees. Wenn jedoch ein Bergtunnel gesperrt ist, dann kann die Fahrt auch 4h dauern. Der Ort Riva del Garda ist Ausgangspunkt fĂŒr Wanderungen, Wassersport sowie AusflĂŒge rund um den ganzen See und in bekannte StĂ€dte wie z. B. Verona.

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Empfehlenswert

  • Abstecher zu den Wasserstraßen „Naviglio“ in Mailand
  • Schnellboottour ĂŒber den Gardasee
  • Oper in der Arena Verona
  • IndividualreisebĂŒro Reisesalz

Mailand – mehr als Dom und Shopping

Bei unserem ersten Besuch in Mailand haben wir uns natĂŒrlich den Dom und die berĂŒhmte Vittorio Emanuele II Shoppinggalerie angeschaut. Aber in dieser bezaubernden Stadt gibt es noch so viel mehr zu sehen! Unser Hotel lag direkt in der NĂ€he zum großen Simplonpark. Am westlichen Eingang steht der „Arco della Pace“ – der Friedensbogen. Bei herrlichstem Sonnenschein erkundeten wir die Gegend. Die zahlreichen umliegenden Restaurants bieten leckere GetrĂ€nke zum AbkĂŒhlen.

Im Osten schließt der Park mit der Festungsanlage „Castello Sforzesco“ ab. Wenn man möchte kann man sich das Castello auch von Innen mit wechselnden Ausstellungen anschauen. Uns reichte es durch den Hof zu schlendern und dem Wasserspiel des Springbrunnens zu zusehen. Auf dieser Seite des Parks gibt es eine kleine Bar mit großer Terrasse und schmackhaften Cocktails. Hier kann man bis in die Nacht hinein schnattern, trinken und einfach genießen.

Springbrunnen Castello

Beeindruckende Werke

Mailand ohne einen Einkaufsbummel zu verlassen wĂ€re eine Schande und die Galerie Vittorio Emanuele ist wirklich sehenswert. VerlĂ€sst man die Galerie und erkundet die kleinen Straßen hinter dem Dom stĂ¶ĂŸt man auf unzĂ€hlige GeschĂ€fte mal mit großen bekannten Markennamen und mal ganz unbekannte Kostbarkeiten. Die Mischung hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Auch der MailĂ€nder Dom ist mit seinem hellen Marmor in der Sonne eine Augenweide. Der Kölner Dom ist aber mindestens genauso beeindruckend, wenn er im Vergleich auch eher etwas „dreckig“ wirkt 😉 

MailÀnder Dom

Nachhaltig beeindruckt hat mich eine Wand. Ok, nicht irgendeine Wand- sondern die Wand im Dominikanerkloster „Santa Maria delle Grazie“ auf der Leonardo da Vinci sein berĂŒhmtes Fresko „Das letzte Abendmahl“ gezaubert hat.

An die Eintrittskarten war gar nicht leicht ranzukommen. Auf vielen Internetseiten gibt es diese nur in Verbindung mit teuren Stadtrundfahrten und -FĂŒhrungen. Ich bin letztendlich ĂŒber eine englische Website an „reine“ Eintrittskarten gelangt. Ohne Karten sollte man sich nicht auf sein GlĂŒck verlassen. Wir waren im Hochsommer, also nicht die klassische StĂ€dtetrippzeit, dort und es gab keine freien PlĂ€tze mehr vor Ort.

Alle Besucher werden in kleine Gruppen eingeteilt und man betritt den hohen Raum durch mehrere Luftschleusen. Innen angelangt hat man 15 Minuten Zeit sich von dem Meisterwerk verzaubern zu lassen. Aufnahmen sind ohne Blitz gestattet, aber kein Foto kann wiedergeben was man dort sieht.

Eine Bootsfahrt ĂŒber die KanĂ€le von Mailand

Wusstet ihr, dass Mailand auch das „kleine Venedig“ genannt wird? Ich gebe zu, dass mir das bis zu unserer Reise völlig unbekannt war. Um so gespannter war ich als wir mit einer der „antiken“ Straßenbahnen Richtung SĂŒden zum Navigli-Viertel reisten.

Straßenbahnwagon alt

Der „Naviglio Grande“ und der „Naviglio Pavese“ sind die Überbleibsel zahlreicher KanĂ€le die frĂŒher einmal Mailand durchzogen haben. Heute gibt es an den Ufern neben zahlreichen Restaurants, GeschĂ€fte zum Einkaufen sogar eine Kirche (die bei unserem Besuch leider restauriert wurde).

Wir holten uns Karten fĂŒr eine Bootsfahrt ĂŒber den Kanal und gingen vorweg hervorragend Essen. Im Restaurant Officina12 hat mein Mann eines der besten Steaks in seinem Leben gegessen!

Mit dem Sonnenuntergang legte das Boot vom Kai ab. WĂ€hrend der ca. einstĂŒndigen Fahrt ging es die Wasserstraße rauf und runter und wir konnten das bunte Treiben sowie zahlreiche schöne GebĂ€ude vorbeigleiten sehen. Die Informationen kamen auf Englisch aus einem Lautsprecher und waren fĂŒr mich eher schwer zu verstehen. Die Fahrt lohnt sich, wenn man nach einem Tag mit vielen tausend Schritten auch mal sitzend etwas sehen möchte.

Canal Grande

Wenn man das erste Mal den Gardasee erblickt


Am nĂ€chsten Tag ging es fĂŒr uns mit dem Mietwagen weiter zum Gardasee. Das Auto hatte ich im Vorfeld und auf Grund der gĂŒnstigen Anbindung mit der U-Bahn beim Flughafen Mailand Linate gebucht . FĂŒr die Fahrt hatte das Navi 2,5 h angesetzt und so fuhren wir ganz entspannt in die Berge.

Unser Ziel Riva del Garda liegt an der nördlichsten Spitze des großen Sees. Immer weiter hinauf ging es durch mehrere kleine StĂ€dtchen, enge Kurven und entlang der hohen SteilwĂ€nde. Nach einigen Höhenmetern tat sich eine LĂŒcke in der Felswand auf und ich sah zum ersten Mal den Gardasee. Nie im Leben hĂ€tte ich gedacht wie blau der See ist. Mir stockte kurz der Atem, weil der Ausblick so grandios war. Ich habe schon das ein oder andere kristallklare Meer gesehen und auch schöne Badeseen, aber das Blau des Gardasees zusammen mit der strahlenden Sonne und dem Bergpanorama hat mir einfach die Sprache verschlagen.

Fels am Gardasee

Der Moment war kurz, denn wir fuhren ja im Auto. Kurz dachte ich noch „Schade, dass wir so schnell vorbeihuschen“ und im nĂ€chsten Augenblick standen wir mit vielen anderen Urlaubern still. In einem Tunnel gab es einen Autounfall und nichts ging mehr. Im Urlaub aufregen- das bringt ja eh nichts. Also ĂŒbten wir uns in Geduld und als wir zentimeterweise VorwĂ€rts krochen kam bald eine Eisdiele in Sicht. Alle außer mir stiegen aus, um uns die Wartezeit mit Eis zu versĂŒĂŸen. NatĂŒrlich ging es in dem Moment weiter. Also steuerte ich einen kleinen Parkplatz an und wartete auf meine Mitreisenden.

Mit 2 Stunden VerspĂ€tung trafen wir dann in unserem Hotel Portici ein. Es liegt direkt an der Promenade und man hat einen herrlichen Blick auf die Umgebung. Riva del Garda selbst ist ein typisches Touristenörtchen mit vielen Gassen in denen man schön bummeln kann. Es gibt einige Bars und Restaurants an der Promenade, die lecker Essen und Trinken anbieten. Durch die vielen Deutschen Urlauber habe ich mich ganz kurz an den Ballermann auf Mallorca erinnert gefĂŒhlt. Aber das ist dann doch ein falscher Eindruck, denn das kleine StĂ€dtchen hat wesentlich mehr Charme mit seinen alten HĂ€usern und das Bergpanorama gibt es auf Mallorca auch nicht.

Auf und ĂŒber Wasser – mit dem Speedboot ĂŒber den Gardasee

Mein persönliches Highlight auf dieser Etappe war eine Stunde mit dem Speedboot ĂŒber den nördlichen Teil des Gardasees zu dĂŒsen. Der Fahrtwind blĂ€st einem nicht nur ins Gesicht:

Bootstour mit Wind

Unser Guide fĂŒhrte uns zunĂ€chst langsam vorbei an den Wassersportlern, die surften, schwammen oder auch mit Tretbooten unterwegs waren. Dann gab er Vollgas und schnell wurden die HĂ€user hinter uns kleiner. WĂ€hrend wir die Sonne und den Ausblick genossen, klĂ€rte er uns ĂŒber dies und jenes auf.

Es gibt z. B. ein altes verlassenes Hotel, das direkt an den Fels gebaut ist. Neben an endet ein kleiner Wasserfall an den wir ganz nah heranfuhren. HĂ€tte ich das nötige Kleingeld, wĂŒsste ich wo ich investieren wĂŒrde.

Blick nach Hinten auf Berge

Am nĂ€chsten Tag erkundeten mein Papa und ich das GelĂ€nde zu Fuß. Sehr frĂŒh am Morgen machten wir uns auf, den bei der Bootstour entdecken Wasserfall von oben zu betrachten. Ein recht anspruchsvoller Wanderweg entlang der alten Bergstraße fĂŒhrt bis ĂŒber den Gipfel zum „Largo di Lidro“.

Der See ist ein beliebtes Ziel fĂŒr Mountainbiker und ca. 10 km von Riva del Garda entfernt. Wie viele Höhenmeter es sind vermag ich nicht zu schĂ€tzen. Wir kehrten bei ca. der HĂ€lfte des Weges nach einer kurzen Rast wieder um. Die Sommersonne brachte die Temperaturen wieder an die 30 ° Grad und da gibt es an so einem See auch bessere Möglichkeiten seine Freizeit zu verbringen, als zu wandern. Der Ausblick war die Anstrengung aber wert wie man am Beitragsbild sehen kann.

Mit diesem Artikel mache ich mit bei der Blogparade von Tatjana mit ihrem Blog Lieblingsspot. Hier könnt ihr weitere „Lieblingsorte“ am Gardasee entdecken.

Verona – ganz große BĂŒhne

Mit dem Auto sind es ungefĂ€hr 1,5h Stunden in die Stadt von Romeo und Julia. Die Stadt bietet genĂŒgend ParkhĂ€user, die mit dem Auto gut zu erreichen sind. Man muss sich nicht in das grĂ¶ĂŸte VerkehrsgewĂŒhl stĂŒrzen und ist dennoch innerhalb weniger Gehminuten mitten drin.

Bereits einige Monate vor unserer Reise hatte ich uns Opernkarten fĂŒr die Arena von Verona organisiert. Im Sommer werden in dem alten Amphitheater verschiedene Opern unter freien Himmel gespielt. Wir haben uns Tosca von  Giacomo Puccini angesehen. Meine Eltern unten im „Parkett“ und mein Mann und ich nahmen fĂŒr eher kleines Geld auf den SteinbĂ€nken platz. Leider ist es tatsĂ€chlich super heiß, weil sich die Steine zum einem aufheizen und die Sonne unbarmherzig vom Himmel knallt. Zudem sitzt man eng aneinander gedrĂ€ngt und hat vor seinen FĂŒĂŸen direkt die nĂ€chsten GĂ€ste sitzen und im schlimmsten Fall die Knie vom Hintermann fast im RĂŒcken.

Nach dem ersten Akt lichteten sich die Reihen der Zuschauer merklich, so dass ich es mir ein bisschen bequemer machen konnte. Heinz gehörte auch zu denen, die genug Oper gesehen hatten. Wenn man Opern wirklich mag, dann kann ich nur empfehlen ein bisschen mehr Geld zu  investieren und sich eine Karte auf festen SitzplĂ€tzen zu holen. Um zu testen, ob das etwas fĂŒr einen ist, reichen die gĂŒnstigen Karten aus.

Tosca in Arena Verona

Julias blitz blanker Busen und kĂŒhle PlĂ€tze

NatĂŒrlich wollte ich auch den berĂŒhmtesten Balkon der Dramenwelt sehen. Leider war ich da nicht die einzige. Der Andrang war so enorm, dass ich mich nicht in den kleinen Innenhof traute. DafĂŒr gibt es direkt neben dem Eingang ein kleines GeschĂ€ft, bei dem man kostenlos in das Obergeschoss kann, um einen ungestörten Blick auf den Balkon werfen zu können. Dort oben habe ich dann auch die Statue der Julia mit den blitz blanken Busen gesehen. Angeblich bringt es GlĂŒck diesen zu berĂŒhren. Das finde ich persönlich echt schrĂ€g. Romantik kam bei mir jeden Falls nicht auf.

Umso schöner ist die Altstadt und die Ufer Promenade. Es gibt unzĂ€hlig viele alte HĂ€user die einen ganz besonderen Charme ausstrahlen und das Treiben auf den MĂ€rkten lĂ€dt zum Verweilen ein. Am Ufer des Etsch suchten wir ein bisschen AbkĂŒhlung und die Luft ist tatsĂ€chlich besser als in der Innenstadt selbst. Man kann wunderbar schlendern und viele BĂ€ume spenden Schatten.

Ebenfalls runterkĂŒhlen kann man sich in den zahlreichen Restaurants um die Arena herum. Nicht nur mit kalten GetrĂ€nken sondern auch mit Ventilatoren, die in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden einen feinen SprĂŒhnebel verteilen, wird hier gegen die Sommerhitze angekĂ€mpft. Nebenbei erfĂ€hrt man dann auch wie die riesigen Kulissen der Oper in die Arena kommen- per Krahn!

Ausblick Verona Etsch        

Verona ist ein hĂŒbsche StĂ€dtchen, das neben der Arena und dem Balkon von Julia einiges zu bieten hat.

(Werbung unbeauftragt)

Weiter ging es fĂŒr uns mit dem Mietwagen in die Toskana. Mehr dazu findet ihr Rundreise durch Norditalien 2 auf meinem Blog.

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15 Kommentare

  1. Ihr durftet echt das Abendmahl fotografieren?!? Wie cool! Als wir da waren war das strengstens verboten und kontrolliert. Das war ĂŒbrigens auch fĂŒr uns die faszinierendste SehenswĂŒrdigkeit der Stadt.

  2. Bella Italia! Ich liebe es! Wenn ihr Zeit hat, unbedingt an den Lago Maggiore fahren! Wenn ihr noch mehr Zeit habt, macht eine Wanderung durch die umliegenden WÀlder bei Cannobio! Eine wunderschöne Landschaft mit herrlichen Ausblicken und vertrÀumte Dörfer warten dort.

    Beste GrĂŒsse

    Torsten

  3. Liebe Fine,

    danke fĂŒr deinen tollen Bericht und deine wundervollen Bilder. Das muss eine wirklich sehr schöne Rundreise durch Norditalien gewesen sein. Den Gardasee möchte ich mir auch unbedingt einmal anschauen. Die Landschaft reizt mich sehr.

    Auch das Foto von dem Arco della Pace hat mich in den Bann gezogen. Also sollte Mailand wohl ebenso auf meinem Reiseplan stehen. 🙂 Ich merke, ich habe noch viel vor mir.

    Liebe GrĂŒĂŸe, Clarissa

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